Kay
 
Home
Über mich
Meine Spuren
Weitere Spuren
Tipps & Tricks
Forum
Gästebuch
Impressum
Disclaimer
Links

 

Svens "großer Bruder"

Mit 5 Jahren wurde ich mit meinen beiden Geschwistern von unseren Eltern weggenommen. Ich war der älteste und habe schon alles mitbekommen aber registriert was hier nun passiert habe ich nicht. Ich musste das erst alles erst lernen mit den Gefühlen umzugehen denn mit 5 Jahren weiß man nicht ob das wirklich alle wahr ist was gerade passiert. Als gefühlskalt würde ich mich in dieser Zeit beschreiben.

Als Eltern kann man eine Menge falsch machen. Da ich noch kein eigener Papa bin weiß ich nicht was damals wirklich alles schief ging, da man den Vergleich dazu nicht hat wie man mit seinen eigenen Kindern umgeht und wie es meine Eltern gemacht haben.

Als dann die Adoption anstand war ich froh. Es war mir aber auch gleichgültig da mir das egal war wo ich hinkomme, Hauptsache es war nicht in ein neues Heim. Zu meiner Kindheit kann ich nur sagen, ich hätte es leichter haben können, wenn die Lehrer nicht so öde gewesen wären. Das meiste hab ich gleich verstanden nur wenn sie die Themen recht lang gezogen haben habe ich das alles wieder vergessen. Dann die Klassenkammeraden, ich war froh wenn Ferien waren. Weil ich dann wenigstens in den Ferien keine aufs Maul bekommen habe und was Kinder halt noch so machen. Spielen und nicht lernen wollen. Zumindest war das bei mir so. Meine Jugend, hatte einen Vorteil, ich habe in der Schule keine Prügel mehr bekommen. Mist habe ich genauso wie andere Jugendliche auch gemacht, gehört halt dazu, wie soll man sonst aus seinen Fehlern lernen! An meine Geschwister hab ich öfters gedacht, genauso wie an meine Eltern, denn mit Geschwistern aufzuwachsen wäre bestimmt schöner gewesen als alleine. Mir hat was gefehlt. Ich habe mich immer nur gefragt wie es meinen Geschwistern wohl gehen mag? Ob es ihnen auch so geht wie mir oder was für Eltern habe sie bekommen? Sonst habe ich mir nicht viele Gedanken über meine Vergangenheit gemacht.

Dann kam der Zeitpunkt als ich einen ziemlich großen Umschlag in meinem Briefkasten auffand. Ich habe mich gewundert, denn den Absender kannte ich nicht. Naja mal schauen dachte ich mir, wer da was von mir wollte. Aber es war mein kleiner Bruder der sich auf die suche nach mir gemacht hat.

Dass mein kleiner Bruder mich suchte fand ich cool, man soll ja immer auf alles gefasst sein. Darauf war ich aber nicht gefasst, man hat ja auch nicht jeden Tag einen überdimensionalen Umschlag mit unbekannter Adresse in seinem Briefkasten wo sich rausstellt das das der eigene Bruder ist der etwas von mir wollte. Ich fand das einfach nur cool. Unbeschreiblich !!!

Selber habe ich nicht daran gedacht jemanden von meiner leiblichen Familie zu suchen, meine Pflegeeltern haben zwar ab und zu gefragt ob es mich nicht interessieren würde. Nur wenn man das so sieht in den Talkshows, dass sich Familien nach Jahren wieder sehen, da wusste ich, genau das wollte ich nicht. Aber meine Pflegeeltern stichelten genau dort hin. Meine Freunde verstanden mich schon nie, weil ich viel zu schnell rede und ich mich gerne dabei überschlagen habe, wollte ich mich da auch nicht gerade blamieren mit meiner Aussprache, denn das wäre wohl was fürs Publikum gewesen, aber nicht für mich. Auf den ersten brieflichen Kontakt mit Sven habe ich mich auch gleich an mein Telefon gehängt und ihn angerufen. War schön aber auch irgendwie Komisch, mit jemand zu reden, von dem man eigentlich nur weiß das er irgendwo in Deutschland steckt. Man weiß, du rufst gerade deinen Bruder an, nur was soll ich sagen, es war halt ungewohnt. Dennoch was es schön mal mit jemandem zu sprechen der zu deiner eigenen richtigen Familie gehört.

Sven hat ja auch vor mir schon alles anderen gefunden, da er meinte das meine Adresse am schwierigsten heraus zu bekommen war. Ich sage mal es ist schön dass er mich gefunden hat egal ob als erstes oder als letztes das spiel überhaupt keine Rolle. Ich selbst hab ja immer noch nicht bei meinem leiblichen Vater angerufen. Sollte ich aber auch bald mal machen.

Frank ist derjenige mit dem ich noch gar keinen Kontakt habe, mit allen anderen habe ich mich schon unterhalten, telefoniert oder auch schon persönlich getroffen. Aber es wird nicht mehr lange dauern bis ich auch mit ihm in den Kontakt treten werde.

Die Dame vom Jugendamt ist die einzige die ich in meinem Leben nicht wieder sehen wollte, denn wenn ich ihr gegenüberstehen würde würd ich ihr meine Meinung sagen. Kinder von ihren Eltern und Geschwistern zu trennen, kann ich nicht verstehen.

Das erste Treffen zwischen mir und meinen beiden Geschwistern nach Millionen von Jahren, ne quatsch, nach so vielen Jahren fand ich schön. Da sich ja nun wirklich alle verändert haben, wir alles größer geworden sind und ich die beiden nur noch in Miniaturausgabe in Erinnerung hatte. Es war schön zu sehen was aus den beiden geworden ist.

Ein Treffen mit allen wäre nicht schlecht aber bitte nicht im Fernsehen.


Home Über mich Meine Spuren Weitere Spuren Tipps & Tricks Forum Gästebuch Impressum Disclaimer Links

Stand: 05.03.09