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Vorbereitungen/Beginn der Suche/Details, auf die man achten muss

Jetzt kann es losgehen/Endlich jemanden gefunden/Kniffe und Tricks

Vorbereitungen

Suche dir jemanden der dir in so einer Zeit helfen kann, denn es können Momente auf einen zukommen, die man vielleicht nicht alleine lösen kann, weil einem die Ideen ausgehen oder einem einfach nur die Kraft zum weitermachen fehlt.

Beginne mit der Suche erst, wenn du dir sicher bist, dass du das auch wirklichen machen möchtest und du die Kraft dazu hast auch negative Erlebnisse verarbeiten zu können.

Bevor man also anfängt sich an die Arbeit zu machen, sollte man folgendes beherzigen. Notiere dir alles was du machst und vor allem alles was du über jede einzelne Person herausbekommen hast, es kann helfen, wenn man mal an einer Stelle hängen bleibt. Vor allem Dinge, die dir unwichtig erscheinen können sehr wichtig werden. Dazu gehören auch kleine Merkmale von den Personen, die du suchst. 

Das wichtigste sollte man nicht vergessen !!!!

Wenn man mal nicht die Kraft zum weitersuchen hat, einfach mal ne Pause machen und erst weitersuchen wenn die nötige Kraft und Energie wieder da ist. Hierbei kann dir deine Bezugsperson weiterhelfen, wenn es mal nicht so rosig läuft.

 Beginn der Suche

Fange am besten damit an dir zu überlegen, was du über deine leiblichen Eltern oder falls vorhanden deine Geschwister weißt. Anhand dieser Daten kann man überlegen wie und vor allem wo man am besten anfängt. 

Wenn man selber nicht allzu viel über seine Vergangenheit weiß und somit keine brauchbaren Daten für die Weitersuche hat, ist es auch möglich von den Adoptiveltern Informationen zu bekommen, die einem schnell weiter helfen können.

Dazu gehören auch Details, wie die Adoption selber abgelaufen ist.

Jedoch ist Vorsicht geboten.  

Wenn deine Adoptiveltern nichts mit der ganzen Sache zu tun haben wollen, sollte man sie dazu nicht zwingen, denn dadurch macht man es sich nicht leichter. Es kann schnell zu Streitigkeiten oder Verlustängsten der Adoptiveltern kommen kann. 

Vorsichtig antesten, wie die Adoptiveltern auf dieses Thema reagieren, wenn du sie darauf ansprichst mit dem was du vorhast. 

Vielleicht ist es ja auch besser, wenn du nicht selber fragst, sondern eine andere Person deine Adoptiveltern in ein Gespräch verwickelt. 

 Fall nicht gleich mit der Tür ins Haus und fragenicht: „Sage mal wie ist das damals alles abgelaufen?“… Lasst euch lieber Fotos zeigen und fragt dann, warum die Eltern gerade das Kind ausgewählt haben. Dadurch ergibt sich eine sehr entspannte Situation. 

Eine andere Möglichkeit ist, sich seine Adoptionsakte bei dem Jugendamt anzufordern, welches die Adoption durchgeführt hat. Dazu muss man das aber erst wissen. Alternativ kann man auch bei dem Jugendamt anfragen, wo man gerade wohnt. Dabei wird es aber sicherlich zu langen Wartezeiten kommen. 

Danach musst du die Erziehungsakte bei dem Amt anfordern, welches die Adoption und die Wegnahme oder Weggabe von dir durchgeführt und verwaltet hat. Darin stehen die genauen Gründe, warum es zur Adoption kam. 

Wichtig sind die Zeiten, nach den die Akten vernichtet werden! Die Adoptionsakte wird ca. 25 Jahre aufgehoben, die Erziehungsakte nur 18 Jahre. 

Falls die vom Amt meinen du darfst in die Akte nicht hineinschauen ist das falsch, denn ab dem Alter von 18 Jahren hast du die Berechtigung, ohne weitere Erlaubnis deiner Adoptiveltern, diese Akte einzusehen. 

Details, auf die man achten muss

 Notiere dir bei der Akteneinsicht alle wichtigen Daten wie Name der leiblichen Eltern bzw. Geschwister, alle nur erdenklichen Wohnortadressen, die in der Akte genannt werden, sowie die Geburtsdaten (Datum UND Ort!). 

Du wirst bei diesem Termin aufgeregt sein, vielleicht sogar erschüttert, von Dingen, die in der Akte stehen. Lass dich in diesem Moment auf keinen Fall davon beeindrucken, sondern nimm es erstmal als gegeben hin. Später kannst du darüber immer noch nachdenken. 

Frage höflich, ob es möglich währe die Akte kopieren zu lassen. Normalerweise kostet dies Geld, aber es ist Geld, was sich lohnt! In meinem Fall wurde sogar davon abgesehen, eine Gebühr zu berechnen. Die ganze Sache hat den Vorteil, dass du später immer wieder nach weiteren Details in der Akte suchen kannst, die dir vielleicht nicht aufgefallen sind. 

Es werden sogar Dinge in der Akte stehen, die deine Adoptiveltern nicht mal wissen. Dies ergibt neue Gesprächsthemen, die dir weitere Details von deinen Adoptiveltern bringen können. 

Jetzt und mit diesen Details kann die Suche erst losgehen. Du hast zwei Möglichkeiten: Entweder du beauftragst das Jugendamt mit der Suche, oder du machst alles selber. Das Jugendamt wird sehr lange brauchen, aber du wirst nichts, oder nur sehr wenig selber machen müssen. Der andere Weg wird sehr schwierig, dafür wird er dich aber schneller an das Ziel bringen. 

Jetzt kann es losgehen

Informiere dich bei dem Einwohnermeldeamt des Ortes, aus dem zum Beispiel die in der Adoptionsakte genannte Adresse deiner Eltern stammt.

Frage nach ob sie immer noch dort wohnen, oder ob sie vielleicht sogar weg gezogen sind. In diesem Fall fordere gleich die Wegzugsadresse an. 

Ist dieses Amt von deinem Wohnort zu weit entfernt, versuche es zuerst per Telefon. Manchmal kann man darüber sehr viel erreichen, weil man einen direkten Bezug zu einem Mitarbeiter des Amtes herstellen kann. Erkläre ihm freundlich, um was es dir geht und was du erreichen willst. Erläutere eventuell auch kleine Details. 

Vielleicht sollst du nun einen Brief schreiben, wo du noch einmal das ganze schriftlich anfordern sollst. Frage ob du die/den Mitarbeiter/-in vielleicht sogar persönlich anschreiben darfst, weil die Person schon weiß um was es geht. Vielleicht geht es sogar per Email und somit schneller 

Lass dir eine Bestätigung geben bzw. zuschicken das dein Brief auch angekommen ist, da es Ämter gibt die nach nochmaliger Anfrage behaupten das sie nichts bekommen hätten und dann geht das mit dem Briefe schreiben immer so weiter.  

Hier ein kleiner Musterbrief wie ein Anschreiben an ein Amt aussehen könnte

Falls es mal etwas länger dauert bis das Amt sich mal meldet, frage einfach mal per Telefon an, wie weit sie mit der Bearbeitung deiner Anfrage sind und geh ihnen evtl. ein wenig auf die Nerven. Aber Vorsicht!!! Immer freundlich bleiben und Ihnen erklären dass es dir sehr wichtig ist diese Auskunft zu bekommen, da es ja um deine Vergangenheit geht. Einfach so ein bisschen auf das Gewissen der Beamten drücken, die meisten lassen sich damit recht schnell erweichen.

Hast du dann eine Wegzugsadresse bekommen, wende dich wieder an das nächste zugehörige Einwohnermeldeamt und versucht wieder die aktuelle Adresse herauszubekommen. Mache es erst wieder über das Telefon und dann schriftlich. 

Endlich jemanden gefunden

Überlege dir deine folgenden Schritte genau. Was willst du tun? Direkt Kontakt mit der Person aufnehmen, oder willst du gleich hin fahren? Beides hat positives und negatives. Auch hier haben wir euch einen kleinen Musterbrief zusammengestellt, wenn du mit jemanden den Brieflichen Kontakt aufnehmen möchtest.

Beachte, dass deine Geschwister, und Eltern ein eigenes Leben führen. Vielleicht wissen die Leute um sie herum, oder sogar sie selber, gar nicht, was vor vielen Jahren geschehen ist. 

Versetzte dich in die Person, der du gegenüberstehen willst. Gehe daher langsam an die Situation heran und überstürze nichts. 

Rechne auch damit, enttäuscht zu werden.

Kniffe und Tricks

Wenn verlangt wird, dass du „ein berechtigtes Interesse“ nachweisen sollst, frage die Mitarbeiter des Amtes einfach, was sie in deiner Situation machen würden und ob sie nicht auch ein Interesse daran hätten, nach ihren Wurzeln zu suchen. 

Merke dir immer mit wem du gesprochen hast und verlange immer die gleiche Person. 

Rufe nach Möglichkeit täglich an und frage ob schon Ergebnisse vorliegen, dadurch nervst du die Mitarbeiter und sie wollen dich so schnell wie möglich loswerden. Das ist dein Trumpf und du musst ihn nutzen! 

Wenn dir gesagt wird, du kannst keine Auskunft bekommen, dann rufe noch einmal an und verlange einfach einen anderen Mitarbeiter, denn manche wollen arbeiten und andere nicht. Vielleicht auch aus Zeitmangel?!?

Notiere alles und hebe dir auch noch jeden noch so kleinen Zettel auf, auf dem du irgendwelche Notizen gemacht hast. 

Wenn irgendwo keine Unterlagen mehr vorhanden sein sollten, auch nicht in Archiven, dann frage bei den Standesämtern nach.In meinem Fall waren die Daten meiner Geschwister nicht mehr vorhanden, aber durch das Standesamt fand ich sogar die neuen Namen heraus. 

Versuche nicht, alles auf einmal erreichen zu können. Mache ab und zu mal eine Pause um alles verarbeiten zu können.

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Musterbrief zur Anfrage einer Adresse beim zuständigen Amt

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Musterbrief zur Anfrage, ob die gefundene Person Eurer Angehöriger ist

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Stand: 11.07.2007